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Sonntag, 25. Dezember 2016

Der neue Winnetou ...

... ein gebrochener Mythos in drei Akten.

Der dekadenten Produktionsfirma Rat Pac(k) von Warner Bros ist es nach "Fack yu Göhte"  einmal mehr gelungen, alles was dem Deutschen heilig ist, gründlich in die Kacke zu treten. Typisch RTL.

Wotan Wilke Möhring als Karl May alias Old Shatterhand, die Witzfigur Nr. 1: Ein ewig nörgelnder, linker Gutmensch und krampfhaft veranlagter Jammerlappen, der jeden krummen Ast im Wilden Westen gerade biegen möchte und der binnen zwei geschundenen Filmstunden, gefühlte tausend Mal hysterisch ruft, insofern er nicht grad verprügelt am Boden liegt: "Aber das könnt ihr nicht tun, ihr bösen Banditen!!!"

Nick Xhelilaij alias Winnetou-Verschnitt; ein aufmüpfiger Häuptlingssohn als notorischer Besserwisser, der mit jedem weiteren Filmset einen Ticken mehr versagt; bis sein Stamm total im Eimer ist. Seine naive Einfältigkeit krönt das trockene Ende des ersten Teils, indem er gleich einer bekennenden Schwuchtel, beleidigt von der explodierenden Brücke demonstrativ ans andere Ufer springt - wo er und Möhring dann warmbrüderlich die ersten Körperflüssigkeiten tauschen. Zum Koyoten kastrieren!

Die Apachen New-Mexikos sprechen hier das Lakota der 1.500 km weiter nördlich jagenden Stämme - und zur Abwechslung auch das Agro-Kanackendeutsch aus Neuköln, Berlin. Auch tragen sie Crow-Trachten, praktizieren Sioux-Sitten und zelten in Nomaden-Tipis statt in Mescalero-Pueblos. Der weise gewordene Gojko Mititsch (Mitic) ruft zum Kriegstanz - und wieder versteht ihn keiner: denn siehe, es wird ein Freuden- und Regentanz. Kein Wunder dass er bald schon ins Gras beißt - anstatt es zu rauchen.

Sam Hawkins spukt immer wieder sporatisch übern Schirm, gleich einem Wolpertinger ... und man hat echt Angst vorm Schlafengehn. Die junge Nscho-Tschi gibt die greise Mutter Theresa ab, während der Rest der Truppe in monotoner Trostlosigkeit still blubbernd untergeht in der faden Soße des von geistigen Hämorrhoiden geplagten Drehbuchautors. Er hat hier nämlich verzeifelt "Der mit dem Wolf tanzt" kopiert, Winnetou drauf geschrieben und still gehofft, dass zur Erst- und womöglichen Letztausstrahlung zwischen den Feiertagen, ohnehin schon alle, überfressen und besoffen, breit über der Kloschüssel hängen.

Zu guter Letzt versucht die Firma dennoch die Wolfstanz-Parodie zu entkrampfen, indem sie das Fiasko mit der alten Winnetou-Melodie von 1964 berieseln lässt; wofür sie sowohl Kevin Kostner als auch der-sich-im-Grab-umdrehende Horst Wendeland verklagen werden. Und Pierre Brice speit sicherlich Giftblitze aus den Himmeln - noch ein Grund, nicht aus dem Hause zu gehen; auch wegen der vielen selbsterhängten Winnetou-Fans die jetzt überall an den Bäumen hängen. Wir Überlebende aber sollten vereint Schmerzensgeld einklagen. Zumindest versteh ich jetzt, wieso keine Firma ihre Werbung zwischengeschaltet haben wollte in diese Mythos-Amputation. Die Produkte kriegst nie und nimmer los.

Alles in allem: Das Kotzen nach dem Film dauert länger als die total entfremdete Handlung. Null Originalbuch; Null edler Winnetou; Null Pathos; Null mystische Silberbüchse; Null tollkühner Old Shatterhand; Null Spannung; Null Dramatik; Null Komik; dafür aber sehr viel hohles Nix, eingefangen mit einer nervigen Wackelkamera.

Voraussage: Es wird ungeheur viele kranke und gestörte Menschen geben zum Jahresende in deutschen Gefilden - und die AFD wird Angela Merkel die Schuld dafür geben, weil ihre Regierung schon wieder mal einen Terroranschlag nicht verhindern konnte. Und zum Fasching wird sich keine Sau mehr als Indianer verkleiden - geschweige denn als Winnetou.

Fazit: Dieser erste Akt der katastrophalen Winnetou-Neuverfilmung hat der deutschen Restnation mehr moralischen Schaden zugefügt als beide verlorenen Weltkriege zusammen. Der einst so erhabene, weltgerechte, deutsche Old-Shatterhand ist jetzt nur noch ein hinterhältiger Brückensprenger, Technikvernichter und Fortschrittverhinderer da er links-terroristisch gegen die zivilisation-bringende Eisenbahn vorgeht. Tipp für alle seelischen Masochisten: Verpasst ja nicht auch den zweiten und dritten Akt am 27. bzw. 29 Dezember. Dann werden wir endlich auch euch Perverslinge los - denn drei solch hinterfotzige Filmattacken am Stück verkraftet nicht einmal ihr!

Jetzt suche ich mir einen Strang ... und dann suche-ich-heim den Regisseur Philip Stölzl, den Drehbuchautor X und den Produzenten Y, und zerre sie alle miteinander vor den internationalen Gerichtshof nach Den Haag. Hauptanklagepunkt: Hinterhältiger Angriff auf die deutsche Zivilbevölkerung in Friedenszeiten sowie Auslösung des 3. Weltkrieges.