Als Siegfried von Xanten sich in die Nibelungenprinzessin, die burdkundische
Königstochter Kriemhild verliebte, begann gleich nach deren Heirat die Spaltung dieses Volkes. Der mächtige Thronrat Hagen von Tronje anerkannte, trotz aller
Heldentaten Siegfrieds, nur einen Wormser als rechtmäßigen
Erben des Lilienthrones. Also tötete er den Fremdling Siegfried, aus Treue zu Kriemhilds Bruder Gunther und krönte diesen zum König von Burdkund (Burgund).
Die junge Witwe Kriemhild schwor Rache und schmiedete einen Plan. Zu diesem Zwecke heiratete sie den mächtigsten
Mann seiner Zeit, den Herrscher über ganz Europa: Attila den Hunnenkönig, den
man auch Etzel nannte. Dieser bot Kriemhild und einem Drittel der Nibelungen
eine neue Heimat in den heimischen Gefilden seines hunnischen Hauptstammes, den Tschangos - in der 1000 Landmeilen weiter östlich liegenden Etzelburg,
dem Karpatenkessel im südöstlichen Transsilvanien (Lat. Jenseits-der-Wälder), welches man auch Siebenbyrgen
nennt, weil es sieben Byrgen (Mysterien) birgt.
In diesem Karpatenkessel unterhalb seines Hauptlagers Zabola, wies Attila
den Neuankömmlingen eine riesige Hochebene an, die von lauter Sumpfauen durchzogen
war, gleich den alten Gefilden am Rhein. Zusätzlich umschlossen hohe, prächtige Berge das Land und riesige Wälder umgaben die breitegefächerte Seelandschaft. Das Wichtigste aber war, dass es hier ebensolche
Wasserwesen und Sumpfgottheiten wie in der alten Heimat gab, sodass das
heidnische Volk der Nibelungen sich bald zurecht fand, zwischen den vertrauten Nebel- und Sumpfgeistern. Vor allem aber blühte überall die heilige Blume aus dem alten Burdgunderwappen: die Sumpflilie. Autark
verwaltete sich hier im Osten das neueingetroffene westgermanische Volk, unter Kriemhilds Zepter, Krone und Thron - allerdings ein jeder als freier Sasse auf eigenem Grund und Boden.
Lilienkrone
Kriemhilds Burdkunden nannten die neue Heimat schlicht Burdsenland - Sumpfland
- und den Fluss, der all diese Auen speiste, nannten sie Burdsen. Als Hauptsitz
wählte Kriemhild ein Plateau unterhalb des "Schwarzen Berges", einem
erloschenen Vulkan. Und da sie von hier aus ihr Volk regierte, nannte sie
diesen Thronplatz "Zäöædæn" (Zeiden) - weil sie gleich wie bei einem
Pferdegespann, von hier aus die Zügel über alles geschehen zog und lenkte. (Urfränkisch: dæt
Faiærd zäöædæn = das Pferd durch Ziehen an den Zügeln lenken). Dieselbe Bedeutung erfüllte auch der Name von Attilas hunnischer Residenz Zabola, als 35 Meilen Luftlinie entferntes Pendant der Tschangos. Zabola
Hierhin lud Kriemhild nach einigen Jahren, den Erzfeind Hagen von Tronje und ihren Bruder
König Gunther samt Gefolge ein, zum Fest der Mannswerdung ihres erstgeborenen
Sohnes, noch aus der Ehe mit Siegfried. Das Blutbad nahm seinen Lauf, als Hagen
Kriemhilds Sohn erschlug und es zum Kampfe zwischen Gästen und Gastgebern kam.
Schlussendlich tötete Kriemhild den übertreuen Hagen, mit Siegfrieds eigenem
Schwert. Die Rache war vollbracht - die Sühne gesühnt. Aber die Trauer war größer denn je.