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Samstag, 5. November 2011

Sandfrauchen

Sie ist der Südwind und spürt im Nabel den Flügelschlag des weißen Schmetterlings. Wie aus dem Nichts taucht sie auf und weht geheimnisvoll durchs frostige Land. Sanft fährt sie mit ihren Händen über die Brüste und erweckt die Knospen des noch schlummernden Frühlings - und siehe er sprießt aus ihren Adern, weil er tief im Herzen wurzelt. Ein Lächeln geht über ihre Lippen und sie dreht sich nackt im Kreise - lasziv versucht sie die eigenen Haare im Wirbeldreh zu erhaschen. Sie zwinkert mir zu, lacht auf, streckt die Arme weit von sich und richtet ihren Körper posenartig unterm Himmel auf.

So verharrt sie ein Weile, bis die Kastanietten aus dem Baumwipfel erklingen. Sie schmunzelt lüstern - Leidenschaft dringt aus ihren Poren. Sinnlich fahren ihre Hände über die Hüften, streicheln sanft über'n Venushügel und berühren mit dem einen Finger den Punkt um den sich alles dreht. Ein lüstener Blitz geht durch den aufgereizten Körper, ein frivoler Gedanke zischt kometenhaft durch ihren Blick. Ein Gedanke wie Wasserfeuer, ein Hauch von Morgentau geht um sie rum, und sie tanzt und tanzt zum warmen Sommer hin: durch den Schnee, durch das Eis, bis tief in die Glut des geborstenen Steines hinein.

Die Magierin wiegt und biegt sich wie ein unerfüllter Trieb, Sternenstaub weht um sie herum. Galaktisches Licht aus Funken fällt - es damft und zischt und weg ist sie. Und es bleibt nur noch der Sommerwind der heimlich um den Winter zieht und flüstert leise: ich bin's gewesen, ich werd es wieder sein - ich bin das Himmelswesen, ich allein, die Mädchenfrau aus windgem Sonnenschein! Ich bin die Magierin aus deinen Sinnen - ich bin dein Sandfrauchen, das mit den niedlichen Hörnlein, welches dir bunte Träume über'n Schlaf streut.